Literatur
Illustration mit Holzschnitt von Erwin Görlach, das einen alten Mann zeigt, der einen jüngeren Mann in einem Wald anspricht, während der jüngere Mann sich am Boden befindet.
Deutsche Heimat – Sudetendeutsche Hefte für Literatur, Kunst, Heimat- und Volkskunde, 1934

1. Bücher
Es ist schwierig, hier eine geeignete Auswahl zu treffen. Wenn man das gesamte Volumen der deutschsprachigen Literatur der Böhmischen Länder bis zur Gegenwart katalogisieren wollte, wäre das ein getrennt zu planendes gigantisches Projekt, das an dieser Stelle jeden Rahmen sprengen würde. Die erste Erwähnung eines deutschen Minnesängers am Prager Hof betrifft Reinmar von Zweter in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, und seit damals existiert eine ununterbrochene Tradition deutschsprachiger Literatur im Lande, die einen Kulminationspunkt in der sogenannten Prager Deutschen Literatur findet, von Rilke bis Reinerová, ein umstrittener Terminus, der zurecht auf das gesamte Land erweitert werden sollte. In der nachstehenden Auswahl wird deshalb einerseits auf Überblickswerke und Literaturgeschichte fokussiert und auf jene Literatur, die sich mit der deutschen Geschichte und Kultur in diesem Land befasst. Ein weiterer Fokus sind Neuerscheinungen, nicht zuletzt auch der Deutsch schreibenden tschechischen SchriftstellerInnen. An dieser Stelle sei auch auf das Prager Literaturhaus deutsch schreibender AutorInnen verwiesen. Die Reihenfolge erfolgt absteigend nach Erscheinungsjahr.



Literaturliste (Öffnet in neuem Fenster)
Eigenpublikation: Mein ganz anderes Prag (Öffnet in neuem Fenster)

2. Periodika
Ab dem Jahr 1781 erschien die Prager Oberpostamts-Zeitung, später Prager Zeitung, ab 1828 die einflussreiche Bohemia. Die weit über Prag hinaus bekannte und, was die Redaktion und die GastautorInnen betrifft, wohl prominenteste Tageszeitung dieser Stadt war das Prager Tagblatt, eine weitgehend deutsch-böhmisch-jüdische Publikation, die zusammen mit der sogenannten Prager Deutschen Literatur deutlich darauf verweist, welche unschätzbare Rolle diese in den Ballungszentren weitgehend deutschsprachige Volksgruppe im Rahmen der deutschsprachigen Kultur der Böhmischen Länder eingenommen hat. (Zu diesem Thema entsteht auf diesem Portal ein eigener Abschnitt).

Eine chronologische Auflistung der deutsch-böhmischen Periodika liefert Wikipedia. Einen hochinteressanten Blickwinkel liefern die Publikationen der ehemaligen Mitarbeiterin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Gertraud Marinelli-König, namens „Die böhmischen Länder in den Wiener Zeitschriften und Almanachen des Vormärz (1805–1848)“, frei zugänglich über OAPEN.

Ein Verzeichnis deutschsprachiger historischer Periodika mit einer eigenen Sektion „Tschechien“ befindet sich auf dem Genealogie-Portal Familia Austria der Österreichischen Gesellschaft für Genealogie und Geschichte (teils nur mittels DjVU lesbar).

Die wohl umfangreichsten Bibliographien zu deutschsprachigen Zeitungen und Zeitschriften aus den Ländern der Böhmischen Krone und später Tschiens ab 1918 bieten der Zeitschriftenkatalog des Collegium Carolinum und nach entsprechender Filterung die umfangreiche Sammlungen an Digitalisaten der Österreichischen Nationalbibliothek ANNO sowie das Gesamtportal tschechischer Bibliotheken Digitalní Knihovna, deren Seiten auch auf Deutsch zugänglich sind.

Da die diversen digitalen Bibliotheken einen umfangreichen und weitgehend vollständigen Überblick bieten, wird an dieser Stelle auf eine eigene Auflistung verzichtet.